Harry Wehner* Freier Architekt

geboren 1961 in Schweinfurt, verheiratet, vier Kinder, lange Jahre Mitarbeit im Vereinsvorstand der Freien Waldorfschule Erftstadt, Laienmusiker

Ich wandte mich, jung wie ich war, der Architektur zu, weil ich mitwirken wollte an etwas, das die Menschen wirklich brauchen.

Von 1984-1990 studierte ich an der Alanus-Hochschule Alfter Architektur und schloss mit dem nicht staatlich anerkannten Diplom ab, wir beschäftigten uns viel mit Gestaltung, mit ihren Gesetzen und Wirkungen, aber auch mit Organisation, nicht zuletzt der unseres Studiums und unserer Arbeit. Dank meiner Kinder war ich auf der Suche nach der menschengemäßen Pädagogik nicht nur auf die Alanus-Hochschule gestoßen, sondern während des Studiums auch mit Gründung und Organisation von Waldorfkindergarten und Waldorfschule beschäftigt.

1990 gründete ich gemeinsam mit Peter Ferger unserem verehrten Architektur-Dozenten an der Alanus-Hochschule ein Architekturbüro, das Atelier für Organische Architektur in Alfter, mein Freund und Studienkollege Andreas Geipel wurde unser ständiger Freier Mitarbeiter. Wir beschäftigten uns überwiegend mit Planung und Bau von Waldorfschulen, auch Einfamilienhäusern, heilpädagogischen Einrichtungen, kirchlichen Gebäuden, etc.

2000 lösten wir in Freundschaft das Atelier für Organische Architektur auf, ich gründete gemeinsam mit Barbara Schultze-Florey und Andreas Geipel das Architekturbüro Bauatelier in Erftstadt bei Köln und in Schönach nahe des Bodensees. Barbara Schultze-Florey verließ die Bürogemeinschaft 2004 und wir verlegten unser rheinisches Büro nach Zülpich in der Voreifel. Weiterhin waren wir mit Waldorfschulen beschäftigt, dazu Einfamilienhäusern, Seminar- und Pensionsbauten, Ateliers, auch Geschosswohnungsbau.

2003-2004 durfte ich ein zweites mal an der Alanus-Hochschule Alfter Architektur studieren und erwarb das diesmal staatlich anerkannte Diplom, wurde Dipl.-Ing. und 2006 Architekt im Sinne des Gesetzes und Berufsstandes.

Meine persönliches Interesse und daher auch mein direktes Arbeitsumfeld blieb immer nahe am Bauherrn und am Bau. Ich besuche und begleite die Gremien und Entscheidungsträger durch die oft nicht einfachen Prozesse in den (Schul-) Gemeinschaften, bei Behörden und im politischen Raum. Ich helfe der Bauherrenschaft, herauszufinden, was sie wirklich braucht und auch bezahlen kann. Ich vertrete die Projekte vor den Mitgliederversammlungen der Schulträger und den Planungsausschüssen der Kommunen. Ich koordiniere die Arbeit der Fachplaner, erstelle die Leistungsverzeichnisse und leite oder begleite die Verhandlungen mit den Handwerksfirmen. Ich kümmere mich, wenn von der Entfernung her machbar, um die Bauleitung, stapfe durch die Baugrube und klettere über das Dach, um gemeinsam mit den Handwerkern noch vor Ort um die beste Lösung zu ringen.

Wichtig ist mir, dass ein Bauwerk entsteht als äußere Hülle für ein soziales Wesen, eine Menschengemeinschaft: Familie, Kindergarten, Heilpädagogische Gemeinschaft, Kirchengemeinde, Seminargruppe, Schulklasse, ganze Schule,... Die Hülle soll dem Wesen entsprechen wie gute Kleidung, soll praktisch sein, gut zu gebrauchen, schön, nicht einengend, flexibel genug und zu ihrem Träger passend. Das soziale Wesen, die Menschengemeinschaft soll sich in ihrem Haus wohlfühlen, respektiert und in der Umgebung aufgenommen, soll sich entfalten und entwickeln können. Dazu gehört nicht zuletzt, dass die Kosten für das Bauwerk im berechneten und finanzierten Rahmen bleiben und auch später der Gemeinschaft Luft zum Atmen lassen.

Wichtig ist mir, dass nach langem Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozess und auch später, wenn Leben im Haus war und ist, möglichst alle beteiligten Menschen sich noch gerne die Hand geben und sich in die Augen sehen, dass sie an Humor nicht eingebüßt haben, besser noch dazugewonnen.

Manchmal schreibe ich ganz gerne und dann oft zu viel.